In den USA erlischt die latente Kapitalertragsteuer beim Tod durch den Step-up in Basis automatisch. In Deutschland passiert das nicht, weshalb die Strukturierungsebene über eine ausländische Stiftung oder Holding für DACH-Kunden unverzichtbar ist, wenn man denselben Effekt erzielen will.
Was die Strategie konkret bedeutet
Buy Borrow Die hat drei Schritte: Vermögenswerte kaufen und halten (keine Realisierung, keine Steuer), gegen diese Assets Lombardkredite aufnehmen (Krediterlöse sind kein steuerpflichtiges Einkommen), und die Positionen bis zum Tod halten, wo Erben in vielen Jurisdiktionen eine neue Kostenbasis erhalten und die latente Steuer erlischt. Die Kernlogik: Kredit ist kein Einkommen, Wachstum ohne Verkauf ist kein steuerbares Ereignis, und Schulden können gegen unversteuerte Assets bedient werden. Eine vollständige Mechanik-Erklärung finden Sie hier.
Die steuerliche Ausgangslage in Deutschland, Österreich und der Schweiz
In Deutschland unterliegen realisierte Kapitalgewinne auf Aktien und ETFs der Abgeltungsteuer von 25 % plus Solidaritätszuschlag, effektiv rund 26,375 %. Österreich erhebt eine KESt von 27,5 % auf Kapitalerträge. Die Schweiz kennt auf Bundesebene keine Kapitalgewinnsteuer für Privatpersonen auf bewegliches Vermögen, hat aber eine Vermögensteuer auf kantonaler Ebene. Der Buy Borrow Die Ansatz ist in allen drei Ländern am wertvollsten, wenn er mit einer Offshore-Holding oder einem Schweizer Depot kombiniert wird, um sowohl die Realisierungssteuer als auch die Erbschaftsteuer zu optimieren.
Lombardkredit als zentrales Werkzeug
Der Lombardkredit ist die Brücke zwischen gehaltenen Assets und verfügbarem Kapital ohne Steuerereignis. Schweizer Privatbanken wie Julius Bär, Pictet oder Lombard Odier vergeben Lombardkredite typischerweise bei 50 bis 70 % Beleihungsquote auf ein diversifiziertes Wertpapierdepot, zu Zinssätzen von derzeit etwa SARON plus 0,5 bis 1,5 % für qualifizierte Kunden. Die Zinsen auf den Lombardkredit können in Deutschland unter bestimmten Strukturen als Werbungskosten oder Betriebsausgaben abzugsfähig sein, was den effektiven Kreditkosten weiter reduziert. Ab einem Depot von etwa 1 Mio. EUR beginnen Banken, diese Strukturen aktiv anzubieten.
Die Offshore-Holding als Strukturelement für DACH-Kunden
Eine luxemburgische SOPARFI oder eine Liechtensteinische Stiftung kann die Funktion übernehmen, die in den USA ein grantor trust oder eine LLC übernimmt: Assets werden in eine niedrigbesteuerte Holding eingebracht, die Dividenden und Gewinne auf Holdingeben thesauriert, und Ausschüttungen an den Inhaber erfolgen nur nach Bedarf. Luxemburg besteuert qualifizierte Beteiligungserträge in einer SOPARFI mit 0 % unter der Parent-Subsidiary-Richtlinie. Liechtensteinische Privatstiftungen zahlen auf Kapitalerträge eine Steuer von rund 12,5 %. Die Errichtungskosten einer SOPARFI liegen bei etwa 5.000 bis 15.000 EUR, laufende Kosten bei 3.000 bis 8.000 EUR pro Jahr.
Die Erbschaftskomponente im deutschen Steuerrecht
Der dritte Schritt, das Sterben, funktioniert in Deutschland anders als in den USA. Es gibt keine automatische Step-up-in-Basis wie nach Section 1014 des US-Steuergesetzes. Erben in Deutschland erben die latente Kapitalertragsteuer grundsätzlich mit. Der Ausweg liegt in der Strukturierung: Assets in einer ausländischen Stiftung oder einem Trust, richtig aufgesetzt und rechtzeitig übertragen, können die deutsche Erbschaftsteuerlast erheblich reduzieren oder eliminieren, wenn die Substanz und die persönliche Steuerpflicht des Erblassers korrekt geplant werden. Dies erfordert in aller Regel einen auf internationales Steuerrecht spezialisierten Anwalt und sollte mindestens 5 bis 10 Jahre vor dem Erbfall geplant werden.
Wann die Strategie für Sie funktioniert und wann nicht
Die Strategie liefert maximalen Hebel bei liquiden, langfristig haltbaren Assets: börsennotierte Aktien, ETFs, Private-Equity-Anteile mit Depot bei einer akzeptierenden Bank. Sie funktioniert schlecht bei Immobilien als alleinigem Asset, da Lombardkredite auf Immobilien in der Schweiz und Deutschland wesentlich restriktiver sind. Ein weiterer Faktor ist die unbeschränkte Steuerpflicht: Wer in Deutschland wohnt und hohe Kreditlinien zur Lebenshaltung nutzt, riskiert, dass Finanzämter eine wirtschaftliche Disposition als Veräußerungsäquivalent qualifizieren, besonders bei direkten Aktionärsdarlehen aus eigener GmbH. Wer die Strategie ernsthaft implementieren will, braucht Liquidität ab mindestens 2 Mio. EUR, langfristigen Anlagehorizont und eine saubere Offshore-Struktur.
Things people ask first.
Ist die Buy Borrow Die Strategie in Deutschland legal?
Ja, das Halten von Vermögenswerten ohne Realisierung und das Aufnehmen von Krediten gegen diese Assets ist vollkommen legal. Die Grauzone beginnt, wenn strukturierte Darlehen als verdeckte Gewinnausschüttungen aus eigenen Gesellschaften qualifiziert werden könnten, weshalb die konkrete Ausgestaltung steuerrechtlich begleitet werden sollte.
Welche Bank bietet in Europa Lombardkredite für diese Strategie an?
Schweizer Privatbanken wie Julius Bär, Lombard Odier und Pictet sind die etabliertesten Anbieter. Auch Liechtensteinische Landesbank und VP Bank in Vaduz arbeiten aktiv mit dieser Struktur. Deutsche Direktbanken und Sparkassen bieten Lombardkredite an, aber zu schlechteren Konditionen und ohne die Diskretion eines Schweizer Privatebanking-Mandats.
Ab welchem Vermögen lohnt sich die Strategie?
Praktisch sinnvoll wird die Strategie ab etwa 1 bis 2 Mio. EUR liquiden Assets, weil erst dann die Strukturierungskosten durch Steuerersparnis überkompensiert werden. Unterhalb dieser Schwelle ist ein einfaches Buy-and-Hold in einem steuerbegünstigten Vehikel oft effizienter.
Was passiert, wenn der Aktienkurs fällt und der Lombardkredit nachbesichert werden muss?
Margin-Calls sind das Hauptrisiko dieser Strategie. Banken verlangen typischerweise Nachschuss oder erzwingen Teilverkäufe, sobald das Depot unter die Mindestbeleihungsgrenze fällt. Konservative Implementierungen nutzen deshalb nur 40 bis 50 % der maximal möglichen Kreditlinie als Sicherheitspuffer.
Wie wird der Lombardkredit in der Einkommensteuererklärung behandelt?
Die Kreditvaluta selbst ist kein steuerpflichtiges Einkommen. Gezahlte Zinsen können unter bestimmten Umständen als Werbungskosten bei Kapitaleinkünften oder als Betriebsausgaben einer Holding abzugsfähig sein. Die konkrete Abzugsfähigkeit hängt davon ab, ob und wie die Krediterlöse eingesetzt werden.
Kann ich diese Strategie auch mit einer deutschen GmbH umsetzen?
Eine GmbH als Holdingvehikel ist möglich, aber Gesellschafterdarlehen und Dividendenausschüttungen unterliegen strengen Dokumentationspflichten und Fremdvergleichsgrundsätzen. Eine Liechtensteinische Stiftung oder Luxemburger SOPARFI bietet in der Regel mehr Flexibilität und steuerliche Effizienz als das deutsche GmbH-Konstrukt.
Bereit, Buy Borrow Die für Ihr europäisches Vermögen konkret umzusetzen?
Das Offshore Playbook geht tiefer: konkrete Holding-Strukturen, Bankverbindungen und Kreditlinien-Setups, die DACH-Kunden tatsächlich nutzen, nicht Theorie aus amerikanischen Steuerblogs.
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